Warum einen weiteren Friedensverein?

Zur Gründung der Friedensspirale (Teil 1), zur Initiatorin H. Raskob 

(Teil 2) und den anfänglichen Begleiterinnen und Begleitern (Teil 3). 

(Teil 1) 

 

Markus, ein ganz normaler Mensch aus der ganz normalen Bevölkerung, stellte mir diese Frage, als er wegen der Bearbeitung des Logo mit unserer Friedensspirale in Verbindung kam.

Gleich vorweg möchte ich sagen: Es können gar nicht zu viele Vereine und Personen und Institutionen tätig werden für Frieden in der Welt - im Großen und im Kleinen. Bei allen gibt es ja auch den eigenen Stil, die etwas unterschiedlichen Zielvorstellungen und die eigenen Wege, diese zu erreichen. Das macht eine Vielzahl von Initiativen sinnvoll. Es war eine persönliche Frage und so kommt die Antwort darauf in einem eher persönlichen Mitteilungsstil.

Organismische Struktur und Selbstorganisation.

Überhaupt ist mir das Bild von einem lebendigen Organismus, in dem jeder Teilaspekt sich selbst verkörpert und doch auf das große Ganze hin ausgerichtet ist, sehr wichtig geworden. Damit verbunden ist die Idee, dass von unten her, aus unauffälligem Grundstock Komplexes und Bedeutendes entstehen kann. Es hat mit Leben zu tun, das immer wieder Neues, nicht Vorhersehbares hervorbringt. Ich denke dabei an die große Evolution vom Ursprung her. Aus der im Urknall entstandenen Ursuppe hat sich über Milliarden von Jahren immer mehr Gestalt und Form herauskristallisiert und verdichtet und wieder differenziert und weiter entwickelt, auch über Fehlformen und Malheurs in der Evolution. Ganz besonders beeindruckt hat mich, dass selbst das Gehirn, das hauptsächliche Steuerungsorgan, sich erst einmal hat entwickeln müssen. 

Dies gibt natürlich ein Vertrauen ungeahnten Ausmaßes in die Selbstorganisationskräfte eines lebendigen Systems, und damit auch in die Möglichkeiten und Fähigkeiten der einfachen, ganz normalen Menschen. Es gibt mir Vertrauen in die Basis, die Grundlagen, in die Impulse, die von unten kommen. Sie haben Kraft und sind Richtung weisend. Das, was von unten kommt, vom Ursprung her, trägt, wie in einem Samenkorn, alles in sich. Die Oberen, wenn sie denn schließlich Kopf- und Leitungsfunktionen wahrnehmen, tun gut daran, in lebendiger Verbindung zu bleiben mit der Basis und hellwach auf das zu hören, was von dort kommt. 

Um im Bild der Evolution und Entwicklung zu bleiben und dabei auf einen lebendigen Organismus zu schauen wie den menschlichen Körper, der die Stufen der Evolution in der so genannten Ontogenese nachvollzieht, ist es besonders beachtlich, dass er aus vielen selbständigen Teilen besteht, die gleichzeitig das große Ganze bilden. Wenn Einzelteile krank oder überfordert werden, hat der Organismus im Ganzen fantastische Kräfte und Möglichkeiten, Fehlentwicklungen auszubessern oder zu kompensieren. Wie ich gerade kürzlich lernte, kann sogar die eine Hirnhälfte es lernen, die Funktionen der anderen mit zu übernehmen, also die emotionale die der rationalen und umgekehrt, sogar wenn eine, aufgrund einer Fehlentwicklung, gar nicht vorhanden ist. 

Für eine ausführlichere Beschreibung des Kooperationsaspektes in der Evolution verweise ich auf den Artikel: Kooperationsforschung auf folgender Website. http://www.sein.de/geist/weisheit/2009/kooperation-mit-der-evolution.html und auf den Ausschnitt  "Kooperation mit der Evolution"  in dieser Website unter Publikationen.

Die Friedensspirale als solche möge ein Organ sein, das dem größeren Organismus unseres Landes und natürlich dem globalen Organismus unserer Erde und der Menschheit dient. Und so dienen die vielen Friedensinstitutionen und engagierten Einzelpersonen dem großen Ganzen in unterschiedlichen Weisen oder Funktionen. Keine von ihnen ist in der Lage genau das zu tun, was eine andere tut. Doch können und sollen sie organisch miteinander kooperieren. Manche haben nur einen geringen gemeinsamen Resonanzboden. Diese wirken besser in der Distanz zueinander aufs große gemeinsame Ziel einer friedvollen Welt und Gesellschaft hin.  

Ich will das Bild des lebendigen Organismus nicht überstrapazieren, aber es dient auch der Vorstellung von dem, was krank und anfällig werden kann für Fehlentwicklungen. Dass unser Planet Erde in seiner Grundstruktur und mit seinen vielfältigen Elementen wie Wasser, Luft, Erde, die Schätze im Inneren der Erde und überhaupt die ganze Natur übel traktiert wurde im Laufe seiner Geschichte, vor allem seit die "Krone der Schöpfung" ihn kolonialisiert, ist uns heute wahrscheinlich bewusster als in früheren Zeiten. Die Geschichte der Kriege, die sich selbst erhöhende und festigende Kriegsideologie, also die hohe Bewertung alles dessen, was mit Krieg zusammengeht, vor allem der Gedanke, mit blutiger Gewalt und hoch entwickelter Vernichtungs-Technologie Menschen und Heimat schützen zu können, ist die abartigste Entwicklung eines ursprünglich gesunden Organismus. Jeder Organismus ist von sich aus auf Leben, Lebenserhalt, Lebensförderung angelegt. Die von der patriarchalen Menschheit und Gesellschaft installierte Kriegsidee ist wie eine Auto-Immun-Erkrankung am lebendigen Organismus. Sie ist tödlich.

Diese Krankheit in der Menschheitsgeschichte überwinden zu helfen, dazu möchte die Friedensspirale mit der kleinen Weltfriedenstaube viele Menschen rechten Willens anlocken.

Dazu passt unsere Parole: Folge dem Leben und dem Lebendigen. Und dieser Tage hörte ich den

Satz von Albert Schweitzer: Ich bin Leben, das leben will - inmitten von Leben, das leben will.

 

Hilde Domin, etwas abgekämpft, schreibt dennoch:  

Nicht müde werden ...

Nicht müde werden

sondern dem Wunder

leise

wie einem Vogel

die Hand hinhalten.

Zur Person der Initiatorin H. Raskob.  (Teil 2)

Noch ein paar Worte konkret zur Entstehung der Friedensspirale. Wie leicht an den von H. Raskob, also den von mir, verfassten Texten zu erkennen ist, bin ich ganz und gar ausgerichtet auf die Überwindung des Kriegszeitalters und die Erreichung einer menschenwürdigen "heilen Welt", in der es allen und allem gut gehen kann. Es klingt nach Utopie, ist aber möglich, und "es ist in Wahrheit würdig und recht". Nur ein Teil der Energien und Ressourcen, die zur Zeit in militärische Projekte und partikuläre Interessen fließen, ist erforderlich, um diese "Utopie" zu realisieren. 

Wie es nun dazu gekommen ist, erstens, dass ich so versessen bin auf dieses Thema, und zweitens, dass es zur Gründung der Friedensspirale kam? Dafür möchte man gern eine Erklärung haben. Ich werde manchmal nach dem Schlüsselerlebnis in meinem Leben gefragt. Doch da ist Fehlanzeige. Manche meinen, mein Erleben de zweiten Weltkrieges sei "schuld" daran. Ich habe in der Tat  sein schreckliches Ende im Frühjahr 1945 als achtjähriges Mädchen in meinem kleinen Heimatdorf Sefferweich in der Eifel erlebt, wo alle 12 damals im Haus lebenden Personen hätten getötet werden können. Zwei von den mit uns lebenden Flüchtlingspersonen aus dem Grenzgebiet kamen in den Trümmern und bei den Schüssen ums Leben. Doch ich denke nicht, dass das es ist, was mir den Motivationsschub gab. Es haben fast alle die realen Schrecken des Krieges erlebt. Und doch geht es immer so weiter, auch wenn man sich wundert, dass es so ist. Nicht bei allen Menschen ist Krieg und Frieden zum Lebensthema geworden. Die Gesellschaft hat auf den verschiedenen Ebenen mit dem Thema gerungen und gekämpft. Schließlich und endlich hat sich politisch und gesellschaftlich doch wieder das alte System mit Militär und Rüstungsindustrie zum Schutz und zur Landesverteidigung, wie man allgemein meint, durchgesetzt. Und die Weltgemeinschaft wollte das Nach-Kriegs-Deutschland wieder in den militärischen Verbund integriert sehen - ließ es nicht "weinend sich aus diesem Bunde stehlen", auch wenn viele Organisationen, Institutionen, Einzelinitiativen sich beherzt der Frage des "ewigen Friedens" seit her verschrieben haben.

Was eine Gesellschaft an Wertvorstellungen generiert und was sich schließlich durchsetzt, ist eine höchst komplexe, kritische und anfällige Geschichte. Auch wenn viele Strömungen miteinander konkurrieren, die relativ hartnäckigen Widerständler, so die Forschungen und Beobachtungen, sollen nur etwa 4 % einer Population ausmachen. Ob ich nun zu den 4 % gehöre, das kann schon sein, obgleich ich auch äußerst zurückhaltend und unscheinbar, sogar auch mitlaufend bin. Ich kann mich allerdings erinnern, ich war etwa zehn Jahre alt, dass ich noch einmal über die Worte unseres Dorflehrers räsonierte, der in der Klasse davon sprach, dass wir alle dasselbe getan hätten, wenn denn "alle" es getan hätten. Um was es genau ging, daran erinnere ich mich nicht mehr, aber es hatte mit Leben und Tod zu tun. Jedenfalls war ich auch Tage danach noch empört darüber, dass ich einfach Mitläuferin sein soll. Allein mit mir auf diesem Weg zwischen den Dörfern, wehrte ich mich innerlich dagegen. Nein, ich würde eher Märtyrin als dass ich einen Verrat an den tiefsten Werten begehen würde.

Ich bin weitestgehend im Leben der Spur meines Herzens gefolgt, auf alle Fälle an den großen Gabelungen des Lebens. Ich habe relativ früh und aus eigener Kraft Richtung-weisende Entscheidungen getroffen, wie: das Elternhaus und die Heimat mit 16 Jahren zu verlassen, um in einen Missionsorden zu gehen. Diesen habe ich nach 24 Jahren wieder verlassen, weil ich dort meinen inneren und äußeren Weg nicht zu Ende hätte gehen können. Ich habe mich beruflich selbständig gemacht, auch wenn das finanziell riskant war. Wohlmeinenden Rat, im Orden zu bleiben - oder Beamtin zu werden, da man so leicht zum Sozialhilfefall werden könne, hab ich in den Wind geschlagen, auch wenn die Betreffenden gar nicht so Unrecht hatten.

Meine privaten Forschungen zu Krieg und Frieden.

Meine Entscheidungen, meinen ganz eigenen Weg zu gehen, gaben mir die Möglichkeit, Forschungen zu betreiben und Interessen nachzugehen, wie es mir in den gesellschaftlich gebahnten Wegen so nicht möglich gewesen wäre. Selbst was die Friedensforschung angeht, höre ich bei Tagungen, dass ja "das Ziel und der Weg der Forschung" mehr als einem lieb ist vom Geldgeber bestimmt werden. Auch in der Psychotherapie, die ich für 20 Jahre als Sinn- und Brot-Erwerb betrieben habe, ging ich den Weg meiner Überzeugungen. Ich praktizierte sie gemäß erlernter Kenntnis, und dennoch genau so wie mein Herz und mein Sinn es mir eingaben, zugunsten von Herz und  Personkern der Patienten.

Mein gewählter Weg erlaubte es mir, drängenden Fragen nachzugehen, oder korrekter gesagt: ich fühlte mich gedrängt, ich konnte gar nicht anders. So widmete ich mich seit Anfang der 80er Jahre neben meinem Berufs- und Privatleben der Forschung nach den Ursachen und der Entwicklung von Krieg und Frieden, was sich in verschiedenen Vorträgen (siehe Publikationen) nieder geschlagen hat.

Es waren zwei wesentliche Fragen, die mich umgetrieben haben: Hat es wirklich immer Kriege gegeben - wie landläufig angenommen wird und wie es sich im kollektiven Bewusstsein fest verankert hat!? Die zweite Frage bezog sich auf die Geschlechter: Die Welt wird von Männerhand gesteuert, und das herrschende Bewusstsein besagt: Ja, das war immer so. Das ist "Gottes Plan", so ist es Gottes Wille. War das wirklich immer so, ganz abgesehen von der missbräuchlichen Inanspruchnahme des Namens Gottes für den eigenen Besitzstand? Diese schreckliche Gott-Missbrauchsfrage hat mich später immer mehr ungetrieben.

"Immer Kriege?", "die Welt immer in der Hand des männlichen Geschlechts?" diesen beiden Fragen ging ich nach. Nach dem Wälzen ungezählter Schriften und anderer Zeugnisse stellte sich heraus, dass es einen Schnittpunkt gab, wo die beiden Fragen sich höchst kritisch begegneten. Just ab dem Zeitpunkt in der Menschheitsgeschichte, da die männliche Welt das Zepter in die Hand nahm und gleich auch "Verkehrte Welt" spielte (Neues Leben ging aus der Seite oder aus dem Kopf des Mannes hervor, Frauen waren nicht ganz vollwertige Menschen, u.v.m.), wurden organisierte Kriege - und eine Ideologie von Macht und Gewalt zur angeblichen Verteidigung des Lebens und der eigenen Gesellschaft begründet und hoch geputscht. Zur Zeit, da Frauen degradiert wurden - gerade auch im Rahmen der neuen patriarchalisierten Religionen - wurde die männliche Welt durch die Bedeutung, die der Kriegsführung beigemessen wurde, aufgewertet. Die großen Muttergöttinnen ("Groß ist die Artemis von Ephesos" Apg 19.) und mit ihnen die Macht und Würde der Mütter und Priesterinnen und deren auf das Leben ausgerichtete Orientierung, mussten der Herrschaft der neuen Kulturzeit, die eine Kriegskultur wurde, weichen. Die  Einzelheiten zu diesem Thema sind in den oben angedeuteten Publikationen nachzulesen. Carl Friedrich von Weizsäcker wies mehrfach darauf hin, dass das Phänomen Krieg eine Erscheinung der sogenannten Hochkulturen ist. Gleichzeitig plädierte er, wie auch sein jüngerer Bruder Richard,  einstiger Bundespräsident der BRD, für die notwendige Überwindung dieser verhängnisvollen Institution.

Soviel zu meiner Motivation für eine mögliche "heile Welt", nicht zum Zweck der Rückkehr zu alten Zeiten, aber mittels Erinnerung an diese, die Kraft der Ursprünge zu befördern. Ein Wort von Martin Heidegger: "Es gibt nur das Alte in der unerschöpflichen Verwandlungsgewalt des Anfänglichen." Das Anfängliche hat evolutive Kraft. Für meine Vita im Einzelnen verweise ich auf www.cor-peacework.de, meine persönliche Website.

Konkret zur Gründung dieses Friedensvereins: Die anfänglichen Begleiterinnen und Begleiter. (Teil 3)

Es waren schon Projekte für Israel-Palästina vorgesehen, als es sich aus formal-rechtlichen Gründen als notwendig erwies, einen gemeinnützigen Verein zu gründen. Die lange gehegten Zielvorstellungen von Welt ohne Krieg und Friedensperspektiven haben sich dadurch weiter formalisiert und konkretisiert. Die Vorstellung, viele Menschen zu erreichen für den Bewusstseinswandel und die entsprechende gesellschaftliche Gestaltung ist durch diese formale Gestalt der Friedensspirale naturgemäß besser möglich als über individuelle Arbeit. Dies ist der Hauptgrund für die Gründung des Vereins.

Die anfänglichen Begleiter/innen.

Die Idee der Friedensspirale hat bei Vielen Anklang und Bejahung gefunden. Für die Menschen macht es keinen Sinn, zum Zwecke der Lösung von Problemen militärisch-zerstörerische Mittel einzusetzen, durch die sich die Probleme potenzieren und durch die politisch-internationale Beziehungen, die verbessert werden sollen, sich verschlechtern.

Diejenigen, die sich konkret für die Gründung des Vereins engagieren, stammen vorerst aus dem engeren Raskob'schen Bekannten- und Freundeskreis. Dazu gehören Frauen und Männer wie Manuela Fischbacher, Annette Erb, Ruth Karzel, Inge Bock, Botho von Rekowkski, Claudia Reinhardt, die alle bedeutende Bilder und real-praktische Vorstellungen von Friedensarbeit haben, passend zu den Zielen in ihrem Lebensfeld.

Botho von Rekowski, der mehr als acht Jahrzehnte Zeitzeuge des kriegsargen zwanzigsten Jahrhunderts war, ist mit seinem lebendigen, jugendlichen Geist, seinen Ideen und seiner verlässlichen Präsenz eine Quelle der Inspiration und Ermutigung. Er hat seit längerem die Idee der Friedenstreppe, welche die diversen Stufen der Existenz, gerade auch "Frieden mit der Natur" einschließt. Darin ist er verbunden mit Dr. Inge Bock, die am Oderbruch ein Projekt von Garten- und friedlicher Lebenskultur realisiert.

Claudia Reinhardt mit ihren engen Beziehungen zum konflikt-beladenen Israel-Palästina, ihren Ressourcen an konflikt-lösenden und -mindernden Methoden sowie ihren Medien-Erfahrungen, war sofort bereit, sich für unsere konkrete Friedensarbeit zu engagieren. Mit ihren visionären und gleichzeitig sehr konkreten Denkansätzen sorgt sie für Schwung bei der Realisierung von Ideen und Projekten.

Dr. Annette Erb schwebte schon immer eine sinnvolle Institutionalisierung im Rahmen ihrer psychologisch-sozialpädagogischen Fachkenntnisse vor, und so war sie ein äußerst wichtiger Motor und erhellender Geist für die eher embryonalen Anfänge. Die Strukturierung und Formalisierung der Satzung ist durch sie wesentlich vorangetrieben worden. Nun ist sie allerdings eher darauf geeicht mit einem verlässlichen, überschaubaren Kreis zu arbeiten. Meine Perspektive war immer die, eines weltweiten Feldes. Der anfängliche Friedensbaum ist somit eher ihre Domäne. Dieser passt auch zu ihrer Weisheit und zu ihrem Sinn für das, was die Natur uns lehrt. Wir kooperieren miteinander.

Manuela Fischbacher ist unverzichtbar durch ihre Intuitionen und Bilder. Sie ist ganz wesentlich beteiligt an der Entstehung der Friedensspirale überhaupt. Von einem älteren Lebensbaum e.V., der sich weitgehend ausgelebt hatte, konnte sie sich einen Friedensbaum vorstellen, der allerdings eher in überschaubaren Dimensionen und mit vertrauten Freunden gedeihen wollte, und deshalb in der Betreuung von Annette Erb bleiben sollte. Die Friedensspirale hat globale Dimensionen.  

Ruth Karzel, mit ihren interkulturellen Erfahrungen und ihrer inneren und familiären Verbundenheit mit dem Kriegsgeschehen unserer Zeit sowie Arbeitsmethoden mit größeren Gruppen, gehört zum inneren Kern der Friedensspirale. 

Arno Runkowsky und Rita Bubel sind sehr bald nach der Gründung zur Gruppe dazu gestoßen und sind äußerst hilfreiche Stützen bei den vielfältigen Aufgaben des Vereins. Ritas Verdienst ist es, den Flyer unermüdlich technisch betreut zu haben, sodass nach x-Korrekturen alles am rechten Platz war und es sich passend falten ließ. Sie ist auch bereit, sich in die Webmaster-Funktion hinein zu begeben, die viel Zeit und Kenntnis verlangt. 

Zu denen, die sich tatkräftig bei den vielen und vielseitigen Arbeiten beteiligten, die mit einer Vereinsgründung einhergehen, gehört wesentlich Albert Kötter, der unentwegt bereitwillig seine PC-Kenntnisse bei allen einschlägigen Problemen und Fragen zur Verfügung stellt. Er hat auch das erste Logo, ein faszinierendes Fraktal, nach meinen Wünschen zu einer lebendigen Spirale im "Weltenei" gewandelt, das aber wegen der missdeutbaren "Bänder/Zähne" nicht die einhellige Zustimmung gefunden hat. Albert verwies uns auf Designer-Kenntnisse von Schwager Markus Raskob, der dann die Welt-Friedenstaube von S. Kaniding dynamisiert hat und sie mit einem stilisierten Ölzweig in den Farben der Menschheit zu einem Logo geschaffen hat, in das er auch die friedens-symbolischen Regenbogenfarben hinein designed hat. Allein die Investition an Zeit (x-Besprechungen) kann nicht gebührend gewürdigt werden. Er produzierte und sponserte auch die ersten 1.500 Flyer.

Die Künstlerin und Freundin Dagmar Hellriegel hat uns den feurigen Engel des Friedens für die neue Friedens-Zeit, die wir erhoffen, geschenkt. (siehe Bildergalerie). Die Energie dieses Engels soll uns bei der Stange halten und die Worte von Hilde Domin real werden lassen: Nicht müde werden ... an Wunder glauben.

Eine fachkundige Frau, die kürzlich pensioniert wurde, wollte sich unserer Finanzverwaltung ehrenamtlich annehmen, hat auch die nötigen Informationen eingeholt. Nachdem es aber nach vielen Monaten noch kein Geld gab, das sie hätte verwalten können, wollte sie sich lieber anderswo für ihr ehrenamtliches Engagement umsehen. Nun ist zu hoffen, dass die Person, die Geld anzieht wie verwaltet, sich bei uns einstellt

Ingeborg Schreier die einst große Datenbanken kreiert hat, hat mir ACCESS eingerichtet und ist immer noch völlig ehrenamtliche Beraterin für die Datenbank, die mittlerweile auf die 1000 Datensätze hin tendiert. Die Fachkenntnisse solcher Menschen, die sie der Friedensspirale zur Verfügung stellen, können nicht hoch genug geschätzt werden.

Es gibt weitere, allzeit ansprechbare Helfer, die mit ihren persönlichen und fachlichen Kompetenzen eine unschätzbare, treue Unterstützung bieten. Dazu gehört vor allem Bärbel Viebig-Sax,die immer bereit ist, Texte kritisch zu sichten. Ich schaffe es leider nicht, ihrem Motto vom "weniger kann mehr sein" immer gerecht zu werden. Dennoch haben die Texte viel gewonnen durch ihren kritischen und auf mehreren Ebenen sachverständigen Blick. Auch Hedwig Kötter und Hans Gerold und Inge Bock und Ute Belder, ... haben neben gemeinsamen Beratungen immer wieder die Flyer-Texte überlesen und wichtige, gedankliche und formelle Korrekturen eingebracht. So gibt es weitere interessierte Unterstützer wie z.B. die wunderbaren Nachbarn, Christiane Göldner und Christian Kottwitz, die, trotz oder gerade wegen schicksalhafter Behinderungen, ganz dem Leben und dem Lebendigen zugetan, eine stärkende, oft beratende Inspiration sind. 

Auch aus Israel und andern Teilen der Welt gibt es friedens-engagierte Freundinnen, die sich mit der Friedensspirale verbinden. Dazu gehört die langjährige, engagierte, zähe und mutige Friedensfreundin Nava Elyashar aus Jerusalem, die dort wie manchmal auch hier, ihr Temperament für Wahrheit, Gerechtigkeit und Humanität ins Spiel bringt. Sie gehört zu den Gründerinnen der Friedensspirale. Ihr Wort in Gottes Ohr: "There is a lot of perspective in this foundation." (Die Friedensspirale birgt großes Potential.) Eine Kollision mit einer Gruppe hier, die sich politisch den Staat Israel-unterstützend verhält, machte ihr mehr Kummer als die traurigen friedenspolitischen Verhältnisse im eigenen Land. Erst hier zog sie sich den sehr schmerzenden Titel einer "antisemitisch agierenden Jüdin" zu. Das tut mir weh und leid. Ich unterstützte und schützte sie bei dieser Gegebenheit nicht genügend in ihrem Votum für ein vitales Israel mit weniger Militär und größerer Wahrhaftigkeit, das auch seine Nachbarn akzeptieren möge.

Dr. David Leighton reiht sich hier ein. Aus England stammend hat er sich über ein Jahrzehnt für Frieden "im Heiligen Land", wie er es nennt, verzehrt und die heillosen und un-heiligen Zustände angeprangert. Älteren Datums, so wie Botho, ist er eine unerschöpfliche Inspiration im Blick auf Frieden in der Welt und trotz seines Alters eine regelrechte Vitalisierung für das Friedensengagement, sowohl aus seiner Person heraus wie durch die ungezählten Kontakte, die er in aller Welt hat und aufrecht hält. Er lebt für die Anerkennung der Palästinenser und überhaupt für die Versöhnung unter den abrahamitischen Religionen, insbesondere für die grundlegende Achtung des religiösen Kerns der islamischen Religion. Die Übersetzung unserer Texte ins Englische ist bei ihm in guten Händen.

Bei den gegenwärtigen Stützen und Inspirationen innerhalb der Friedensspirale möchte ich auch Fatmeh Qassem aus Beersheba in Süd-Israel nennen. Sie ist eine "junge" Palästinenserin mit israelischem Pass, Mutter von fünf Söhnen und Töchtern, zwischen 25 und 10, und eine kluge, intelligente Gradeheraus-Kämpferin für das Empowerment arabischer Frauen wie für die Beendigung und Heilung von Unrecht und Erniedrigung für ihr Volk. Häuserzerstörungen, Tötungen, Landraub etc. etc., das ist alles nicht so schlimm, sagt sie, wie die systematische Entmenschlichung eines Volkes, ihres Volkes - und die ausbleibenden ernsthaften Reaktionen der übrigen Welt! Wir sind in ständigem Kontakt. Sie ist hoch qualifiziert in sozialer Psychologie und Kommunikationsarbeit. Und wir planen, zusammen mit Claudia Reinhardt, die intensive Kontakte nach Israel hin hat, und durch die ich Fatmeh kennen lernte, ein umfangreiches Bildungs- und Kommunikationsprojekt: "Effektive friedfertige Kommunikation" im Gaza, wenn wir denn hineinkönnen und die israelischen Soldaten, "die noch im Gaza arbeiten", wie die offizielle Lesart geht, dort fertig sind. Fatmeh's zugedachte Aufgabe liegt auf der Linie der Aufklärung und Stärkung moslemischer Frauen. Die Rückfindung zu den weiblich-matriarchalen Wurzeln der arabischen Welt, insbesondere zu den Hochgöttinnen AL-Lat, AL-Luzza und Manat, die einst in der Kaaba verehrt wurden, gehört dazu. Diese Arbeit ist ein Gegenmittel zum militanten Islamismus. 

Die lautere Gesinnung, die spezifischen Begabungen und die zielorientierte Ausrichtung all dieser anfänglichen Helfer und Mitwirkenden in der Friedensspirale sind ein Segen für ihren Start.

Wir werden noch viele engagierte Mitwirkende brauchen für viele verschiedene Aufgaben. 

Hedwig Raskob